Wie denken Kinder und Jugendliche über das Bildungsvolksbegehren?

 

 

Schüler/innen stehen im hohen Ausmaß hinter den Forderungen des Volksbegehrens.

 

Die Kinder- und Jugendanwältinnen und -anwälte Österreichs initiierten gemeinsam eine Onlineumfrage für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren zu den Anliegen des Bildungsvolksbegehrens. Damit sollten auch die Betroffenen selbst, die ja aufgrund ihres Alters von der Unterzeichnung des Volksbegehrens ausgenommen waren zu Wort kommen können.

 

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sich Kinder und Jugendliche mit Bildungspolitik auseinandersetzen und konkrete Vorstellungen haben, in welche Richtung sich ihre Schule der Zukunft entwickeln soll. Die jungen Teilnehmer/innen (582 Personen) konnten sich mehrheitlich mit den Anliegen des Bildungsvolksbegehrens identifizieren.

 

 

 

 

Etwa 85 % stehen hinter der Forderung, die Schulautonomie zu stärken.

Fast alle Jugendlichen (93 %) wünschen sich vermehrte Förderung ihrer individuellen Talente und Begabungen sowie spezielle Unterstützung bei Problemen oder Lernschwierigkeiten. 71 % der Jugendlichen erachten es für wichtig, kostenlosen Förderunterricht zu erhalten, anstatt eine Klasse wiederholen zu müssen.

¾ aller befragten Jugendlichen sprechen sich dafür aus, auch mit einer abgeschlossenen Lehre die Uni besuchen zu dürfen. Daran erkennt man, dass den Jugendlichen der Wert von Bildung durchaus bewusst ist.

Nur 52 % stehen hinter der Forderung nach einer Ausweitung der Ganztagsschulen.

64 % der Jugendlichen sprechen sich aber dafür aus, die Entscheidung über ihren weiteren schulischen bzw. beruflichen Weg erst mit 15, und nicht, so wie jetzt, bereits mit zehn Jahren treffen zu müssen.

Für zwei Drittel der Jugendlichen macht es Sinn, behinderte Schüler/innen in die Regelschulen zu integrieren, anstatt sie in eigenen Schulen zu unterrichten. 

Fast alle Jugendlichen (95 %) wünschen sich eine sorgfältigere Lehrer/innen-Auswahl sowie eine fundiertere Ausbildung.

73 % fänden es sinnvoll, dass mehr psychologisch geschultes Personal an den Schulen eingesetzt wird.

4/5 der Jugendlichen erwarten sich künftig auch mehr Unterstützung für Kinder mit nicht deutscher Muttersprache.

Die Aussage, „Die Schule soll alle Kinder fair behandeln, egal woher sie kommen, wie sie aussehen und welche Sprache sie sprechen. Ziel ist eine Schule und eine Gesellschaft, in der alle Kinder die gleichen fairen Chancen haben“, bejahten 90 % aller teilnehmenden Jugendlichen.