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26.6.2017 :

Frühe Hilfen – Erarbeitung von Grundlagen



Mit 1. Jänner 2015 wurde das Nationale Zentrum FrĂĽhe Hilfen (NZFH.at) vom Bundesministerium fĂĽr Gesundheit (BMG) an der Gesundheit Ă–sterreich (GĂ–G) eingerichtet, Die Kinder- und Jungendanwaltschaften Ă–sterreichs sind mit Petra GrĂĽndl (kija Steiermark) im Fachbeirat zur fachlich-inhaltlichen Beratung und Konsultation des Nationalen Zentrums FrĂĽhe Hilfen vertreten.  

 

Was sind FrĂĽhe Hilfen?

Gerade die frĂĽheste Phase im Leben eines Menschen, die Zeit vor der Geburt bis zum dritten Lebensjahr, ist fĂĽr die psychosoziale und gesundheitliche Entwicklung auĂźerordentlich bedeutsam. Um allen Kindern einen möglichst chancengerechten Start ins Leben zu ermöglichen, werden Lebensbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und Gesundheitschancen von Kindern und Eltern bereits in dieser Phase nachhaltig zu verbessern versucht. Dies soll mit Angeboten und MaĂźnahmen erreicht werden, die die Schutzfaktoren von Kindern und Familien stärken und die Risikofaktoren fĂĽr das Wohl und die Entwicklung des Kindes reduzieren. Der präventive Ansatz in der frĂĽhkindlichen Entwicklung ist, so zeigen es verschiedene Studien, nicht nur aus ökonomischer Sicht („Je länger wir mit der Förderung von Kindern warten, desto teurer wird es“, James Heckman, Ă–konomie-Nobelpreisträger) ein ganz wesentliches Handlungsfeld, sondern er sichert auch das Recht auf Schutz, Förderung und Teilhabe.

Wie ist das Angebot der FrĂĽhen Hilfen konzipiert?

Grundsätzlich sollen die Angebote der Frühen Hilfen bedarfsorientiert, niederschwellig, nicht stigmatisierend, vertraulich, freiwillig, kostenfrei und partizipativ sein.

  • Es soll Angebote geben, die sich an alle (werdenden) Eltern mit ihren Kindern im Sinne der Gesundheitsförderung richten – universelle (primäre) Prävention.
  • DarĂĽber hinaus sollen Angebote besonders fĂĽr Familien in belasteten Situationen gestellt werden, um einen gezielten Ausgleich von ungleich verteiltem materiellen, sozialen und kulturellen Kapital zugunsten benachteiligter Familien zu schaffen – selektive (sekundäre) Prävention.
  • Wenn diese nicht ausreichen, um den Kinderschutz zu gewährleisten, soll es weitere MaĂźnahmen zum Schutz des Kindes geben – tertiäre Prävention.

Wesentlich für die Qualitätsentwicklung der Angebote der Frühen Hilfen ist eine wissenschaftliche Begleitung.

Wozu FrĂĽhe Hilfen?

Die Frühen Hilfen sollen wertschätzend und in multiprofessioneller, koordinierter Kooperation mit den Angeboten Familien entlasten, unterstützen und in deren Ressourcen stärken. Zu dieser individuellen Kompetenzstärkung ist es zudem ein Anspruch der Frühen Hilfen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen positiv zu verändern und entsprechende Infrastruktur, also das Hilfenetz, zu entwickeln und auszubauen. Kindern und Familien soll mit den Frühen Hilfen zu einer Lebenssituation verholfen werden, die sie davor bewahrt, aus Hilflosigkeit, Rückzug, Verzweiflung oder aus Unwissenheit in eine gefährdete Lage für sich und das Kind zu geraten.

FrĂĽhe Hilfen in Ă–sterreich?

Im Zeitraum von Dezember 2011 bis Ende 2014 arbeitete Gesundheit Ă–sterreich im Auftrag des Bundesministeriums fĂĽr Gesundheit in einem mehrjährigen Projekt FrĂĽhe Hilfen – Erarbeitung von Grundlagen an einer Grundlage fĂĽr die Etablierung von FrĂĽhen Hilfen in Ă–sterreich. Die Kinder- und Jugendanwaltschaften Ă–sterreichs waren während der Projektdauer mit Maria Hofbauer und Petra GrĂĽndl (beide kija Steiermark)  im Fachbeirat zur fachlich-wissenschaftlichen Begleitung vertreten. Mit 1. Jänner 2015 wurde vom Bundesministerium fĂĽr Gesundheit (BMG) an der Gesundheit Ă–sterreich (GĂ–G) das Nationale Zentrum FrĂĽhe Hilfen eingerichtet. Es trägt zu einer qualitätsgesicherten, effizienten, bundesweit abgestimmten und nachhaltigen Umsetzung von FrĂĽhen Hilfen in Ă–sterreich bei.

Grundprinzipien der UN-KRK: Recht des Kindes auf Gleichbehandlung, BerĂĽcksichtigung des Kindeswohls, Recht des Kindes auf Leben, Ăśberleben und Entwicklung, Achtung der Meinung der Kinder und Jugendlichen

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